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Letzte Woche bin ich im Paradies der Vliese gelandet, sprich die Techtextil Messe in Frankfurt am Main. Hier treffen sich die größten Nonwoven-Textilhersteller aus Europa, um ihre Produkte zur präsentieren, Verhandlungen abzuschließen und neue Kontakte zu akquirieren. Eine tolle Gelegenheit um mich mit Herstellern persönlich zu treffen und meine offenen Fragen zu klären.

Auf dem ersten Blick ist die riesige Auswahl von Aussteller wirklich überwältigend! Die Techtextil ist ein gigantischer Betrieb: Alle 2 Jahre findet sie in Frankfurt statt und dazwischen organisieren die Veranstalter ähnliche Messen in Russland, Asien, und Nordamerika. Halle 3.1 war meine erste Anlaufstelle und sie war voll mit Firmen, die sich auf die Produktion und Verarbeitung von Vliesstoffen konzentrieren. Die Halle 3.1. ist nur eine von vielen, aber man hätte tatsächlich mehrere Tage in diesem einen Raum verbringen können, da so viel zu sehen und besprechen war.

Als Leitfaden durch diese Fülle von Firmen diente mir eine, im Voraus recherchierte Liste von potentiellen Ansprechpartnern. Der erste Tag war sehr produktiv. Obwohl ich recht spät vom Flughafen kam, hatte ich am Ende des Tages mehrere Gespräche mit mir vorher unbekannten Firmen geführt und Kontakte gefunden, die für meine spezielle Verarbeitung Testreihen übernehmen können.

Wir hatten noch einen Grund zu feiern: Freunde aus dem Fachgebiet Textil- und Flächendesign der Kunsthochschule Berlin Weißensee haben sich beim Wettbewerb ,,Neue Textile Bauweisen“ beteiligt und ihr Prototyp aus Basaltfasern wurde prämiert. So vielfältig ist diese Show! Und schließlich konnte ich noch das tolle Catering der exklusiven Aussteller-Party genießen, denn meine Freunden haben mich verdeckt auf diese Abendveranstaltung eingeschleust. Der Abend endete mit einem Spaziergang zurück zum Hostel, wo ich in einem Zimmer mit 9 Personen und Hochbetten zur Ruhe kam. So ist das glamouröse Business-Jet-Set-Leben für ein Start-Up!

Am zweiten Tag standen weitere, noch wichtigere Treffen mit potenziellen Hersteller auf meiner Liste. Hier war es sehr hilfreich, dass ich mit vielen Firmen im Voraus bereits Kontakt aufgenommen hatte. So konnte ich direkt meine Ansprechpartner finden und meine Anfrage im persönlichen Gespräch überzeugte viel direkter und schneller. Auf meinen Favorit unter den Ausstellern musste ich allerdings lange warten, anscheinend sind sie sehr gefragt und ich hoffe, dass das ein gutes Zeichen ist!

Am Ende des Tages hatte ich ein sehr positives Gefühl. Viele Firmen prüfen, ob sie ihre Technologien auch für Wolle nutzen oder zumindest einige Testreihen für mich produzieren können. Ich bleibe zuversichtlich, dass es eine Möglichkeit gibt, Wollstoffe mit Nonwoven-Prozessen in der EU / Deutschland herzustellen und Dank diesen Netzwerken wird hoffentlich bald unser Traum wahr eine nachhaltige Produktionskette aufzubauen, um unsere Stoffe im großen Maßstab zu produzieren.

Autorin: Yolanda Leask
Mehr Informationen: http://yolandaleask.com/index.html

Alles was ‹Stand der Technik› ist lässt sich nicht patentieren. Das heißt, dass technische Innovationen, sobald sie veröffentlicht werden, nicht mehr schützbar sind. ‹Shortcut – The Digital Prosthesis› entstand während eines Semesterprojektes an der weißensee kunsthochschule berlin und wurde im Anschluss der Öffentlichkeit präsentiert. Während uns dies einerseits großes Interesse seitens der Presse sicherte und wichtige Kontakte verschaffte, ‹kostete› es uns gleichzeitig die Möglichkeit ein Patent anzumelden – zumindest in Deutschland. In den USA dagegen kommt ein entscheidender Zusatz hinzu: Innerhalb eines Jahres (der sog. ‹Grace-Period›) stehen einem eigene Veröffentlichungen nicht im Wege – Erfindungen können also auch rückwirkend geschützt werden. Diese Option haben wir genutzt und mit Hilfe der Berliner Anwaltskanzlei Zimmermann & Partner einen Patentanspruch vorbereitet und in den Staaten eingereicht. Das gewährt eine Art Verbietungsrecht gegenüber Nachahmern und Konkurrenten und soll uns zukünftig einen besseren Verhandlungsstandpunkt gegenüber möglichen Kunden und Partnern verschaffen.

Initiatoren: Lucas Rex, Maximilian Mahal und David Kaltenbach
Mehr Infos unter: http://digital-prosthesis.de/